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Regard Bleu
Ein Blick durch fremde Augen 

2022

Zürich

Das Völkerkundemuseum Zürich freut sich auf die 14te Ausgabe des Regard Bleu Festivals im Oktober. Als interdisziplinäre Plattform, bietet das Fest die Möglichkeit, sich über das Filmemachen in Kulturwissenschaften und deren Schnittstellen Gedanken zu machen. Deshalb laden die Betreiber des Regard Bleu zum Gespräch und zum Austausch ein.

 

 Das Thema der diesjährigen Ausgabe lautet people and things, den hinter jedem Gegenstand steckt eine Geschichte und es ist die Aufgabe der Ethnologie unseren Blick auf solche Zusammenhänge zu schärfen. Passend dazu, stellt sich das Organisationsteam auf der Website des Festivals mit persönlichen Gegenständen vor

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Alle zwei Jahre findet das Festival statt. Beim letzten Mal wurde den ethnologisch interessierten Besucherinnen und Besuchern bereits ein Einblick in die visuelle Anthropologie gewährt, indem 29 Filme aus aller Welt gezeigt wurden. Damit bewies das Festival die Vielfalt ethnografischer Forschung. Nach drei Tagen voller aufschlussreicher Gespräche und des Nachdenkens gingen die Gäste zufrieden nach Hause und die Betreiberinnen zogen eine positive Bilanz. Das konnte man bei über 500 eingereichten Filmen auch durchaus sein.

 

Die gezeigten Filme gingen hauptsächlich aus Abschlussarbeiten und «Independent Projects» von Bachelor- und Masterarbeiten Studierender hervor und boten Einblicke in die vielfältigen Möglichkeiten, Ethnographie zu betreiben aber auch die Probleme der Feldforschung und die emotionalen Hürden, die man dabei zuweilen überwinden muss. Die thematische Fülle war enorm: Sie reichte von der Relation zwischen Satanistischen Bewegungen und der Lesbian, Gay, Bisexual and Transgender-Gemeinschaft (LGBTQ), bis zu den spirituellen Ritualen der Baptisten in Trinidad und den Diskotheken in Portugal als Raum für eigene kulturelle Identität. Aber auch das Thema Migration wurde thematisiert.

Aber nicht nur Filme sondern auch andere Beiträge waren Bestandteil des Programms. So wurden visuelle Anthropologen und Anthropologinnen per Livestream zugeschaltet und konnten mit den Teilnehmenden über die Zukunft ethnologischer Methoden diskutieren. Wie auch bei den Filmen stand dabei im Fokus, wie man mit dem Medium Film gelungene Ethnographie betreiben kann.

Den Zuschauerinnen und Zuschauern wurde eine Sicht auf unbekannte Welten gewährt. Eine Sicht, die dazu anregte, sich selbst mit wesentlichen Fragen des Lebens auseinanderzusetzen, die auch in der Ethnologie eine Rolle spielen. Es kamen Fragen auf, so zum Beispiel: Wie kulturell unterschiedlich gehen wir mit alltäglichen Situationen um? Was bedeutet Kultur? Wie definieren andere Menschen ihr Leben? Die Vielfalt, die in diversen sozialen Gruppierungen überall auf der Welt gelebt wird, ist faszinierend. Geopolitische Aspekte wurden mal mehr, mal weniger stark behandelt, manches Thema wurde mal greifbar, mal eher abstrakt diskutiert.

Im Grossen und Ganzen verlangten die Filme aber weniger eine Analyse des Gesehenen als vielmehr eine genaue Beobachtung, genau so, wie es auch Ethnographinnen und Ethnographen tun. Auf diese Weise tauchte das Publikum des Filmfestivals in verschiedene Welten ein und verliess sie gesättigt mit unbekannten Klängen und Bildern.

Die Leitung ist dieselbe geblieben und so dürfen wir auch in diesem Jahr wieder auf ein gelungenes Regard Bleu Filmfestival hoffen.Für einen reibungslosen Ablauf sucht das Organisationsteam noch nach Helferinnen und Helfern, welche Schichten von ca. zwei Stunden übernehmen. Im Gegenzug dafür sind sowohl Eintritt als auch Verpflegung für Helfende frei.

 

 

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